Homepage / Suche / Gästebuch / Impressum

Donnerstag, 26. Juni 2025



Nach erfolgreicher Delfin-Tour wieder zurück in Cervo


Wir gehen zurück zu unserem Panda. „Katzabärle“ weiß, dass er auch bald Feierabend hat und schnurrt vor Freude. Um zehn nach sechs steht der Wagen wieder auf unserem Privatparkplatz hoch über Cervo. Mit bestem Ausblick auch für den kleinen Roten, versteht sich.

Susanne will unbedingt noch ein Foto von sich auf der Terrasse des „Eco del Mare“ haben – verständlich, die Aussicht ist schließlich echt der Hammer. Also geht sie schon mal die 200 Meter voraus Richtung Quartier. Ich bleib noch oben am Kreisverkehr, Kamera mit Tele im Anschlag.

Während Susanne sich durch die 26 Stufen bis ins Zimmer kämpft (und dann nochmal sechs in gebückter Haltung zur Terrasse hoch), hab ich noch Zeit, mich fotografisch auszutoben. Am Parkplatz blüht weißer Oleander und um die Lavendelbüsche am Kreisverkehr brummen Hummeln. Ein besseres Sommer-Feeling gibt es kaum.

Nach exakt sechs Minuten (ich seh das an der Kamera) taucht Susanne auf der Terrasse auf. Sie winkt und ich drück ab – klick, klick, klick – alles im Kasten.

Danach geh auch ich hoch. Umziehen? Nee, das lohnt nicht. Die T-Shirts kleben sowieso schon wie eine zweite Haut – und in zehn Minuten wären frische wieder genauso durch. Also: Einfach weiterschwitzen, genießen, und heut Abend um halb zehn gibt’s dann sicher wieder ein kühles Bier auf der Terrasse.

Abendbummel durch Cervo


Etwa eine halbe Stunde später machen wir uns dann auf den Weg runter nach Cervo. Vom „Eco del Mare“ aus nehmen wir zunächst die Via Cavour – klingt irgendwie wichtiger, als sie ist, ein schmales Gässchen mit leichtem Gefälle und leicht bröckelnden Mauern – bis zur Piazza Serafino e Nino Alassio. Dort ist erst mal Pause angesagt.

Susanne muss unbedingt in einen kleinen Laden am Platz, der wie ein Museum vollgestopft ist mit Holzspielzeug, traditionellem Küchenzubehör und Holz-Souvenirs anderer lokaler Kunsthandwerker, Dingen, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Nur der Vollständigkeit halber: „Gepeppo“ heißt er – nicht zu verwechseln mit Geppetto, der den Pinocchio geschnitzt hat. Bis Susanne da wieder rauskommt, das kann dauern!

Ich bleib‘ draußen und mach‘ lieber Fotos von der Piazza. Da ist z.B. ein recht interessanter Balkon mit schrägen Metallstreben drunter. Was es da alles zu sehen gibt: Kleine Terrakotta-Töpfe mit halb verdorrten Kakteen und Wäsche, die schlaff nach unten hängt. Bei der Hitze braucht die keinen Wind. Unterm Balkon hängt eine vergilbte Markise – oder ist das eher ein Brett, aber wofür?

Ah, da ist Susanne ja wieder. Sie strahlt, als hätte sie einen Schatz gefunden. Hat sie irgendwas gekauft?

An einem Durchgang gehen wir hoch zur Via Grimaldi Salieri (so edel wie der Name klingt, so eng ist die Gasse) und laufen dann rechts runter bis zur Piazza San Giovanni Battista. Und dann – der violette Wahnsinn. Rechts an der Treppe: Eine Wand, komplett überwuchert mit Bougainvilleas. Nicht eine Blüte, sondern ein ganzer Blütenorkan, meterhoch, üppig und übertrieben schön. Wie bei Dornröschen, aber eben nicht blutrot und dornig, sondern knalllila mit Blüten dünn wie Seidenpapier. Wir bleiben einfach stehen und gucken.

Dann gehen wir links wieder die 15 Stufen zum Eingang der Kirche San Giovanni Batiste hoch. Was wir in Cervo schon Treppen gelaufen sind, das reicht locker für eine Alpenüberquerung. In der Kirche zündet Susanne zündet ein Kerzle an.

Weiter geht’s zur Boutique del Cuoio in der Via Sandor Vegh. Den Laden gibt’s gefühlt seit der Römerzeit. Wahrscheinlich haben die Legionäre schon ihre Sandalen hier gekauft. Der Laden ist voll mit Taschen, Gürteln und vielem anderen Lederzeugs – ehrlich und gut, kein Imitat.

Dann tippeln wir die Treppen runter zum Ristorante Serafino. Die Terrasse des Lokals war früher mal Susannes Lieblingsplatz. Ihr Traum in diesem Urlaub war, so wie früher, dort zu sitzen, einen Cappuccino zu trinken und ein Buch zu lesen. Ich soll dann solange nach Imperia gehen oder irgendwas anderes machen, hat sie zu Hause noch gesagt.

Doch das geht heute wohl nicht mehr. Nachdem uns das Serafino inzwischen zu teuer ist und sich dessen Terrasse mittlerweile schickimicki-mäßig total verändert hat, ist vom Flair von früher nichts mehr übrig. Wir gehen einfach weiter. Unsere Terrasse oben im „Eco del Mare“ ist eh durch nichts zu toppen. Das Einzige, was wir mitnehmen, ist ein Foto von einem Delfin-Mosaik an einer Hauswand rechts vom Serafino. Wir setzen unseren Spaziergang fort, zunächst durch die Via G. Matteotti und dann durch die Via Santa Nicola. Wir könnten ja jetzt links die Treppen runter – aber die sind so brutal steil, dass einem die Knie allein beim Draufgucken wehtun.

Stattdessen gehen wir die deutlich flachere Via Santa Nicola weiter bis zur Kirche Santa Nicola – San Giorgio – jetzt weiß ich auch, warum die Via so heißt – und dann auf der Via Due Giugno bis zur Bushaltestelle an der Hauptstraße.

Das ist zwar 120 Meter Umweg – aber es lohnt sich: Von der Via Due Giugno aus haben wir einen fantastischen Blick zurück nach oben, auf das goldene, im Abendlicht leuchtende Cervo. Die Häuser wie gemalt, die Schatten lang, die Luft noch schwül und schwer vom Tag.

< zurück umblättern >

Di 24. Jun Mi 25. Jun Do 26. Jun Fr 27. Jun Sa 28. Jun So 29. Jun Mo 30. Jun Di 01. Jul
Zwischen Nacht und neuem Tag
Delfin-Tour – Die Vorbereitungen
Delfin-Tour – Raus aufs Meer
… und noch einmal Delfine
Delfin-Tour – Nach erfolgreichen Sichtungen: Kurs zurück
Zurück in Cervo
Pizza, Plackerei und Partylärm

Einen Kommentar schreiben